Als ich vor drei Wochen bei meiner eigenen Kakaozeremonie in Aljezur eine Orakelkarte zog, stand dort: Transformation – nichts wird mehr so sein wie vorher.
Meine erste Reaktion darauf war: „Schon wieder?“ Gefühlt durchlaufe ich ständig eine (innere) Transformation und wenn es sich dann langsam wieder ruhiger anfühlt, kommt bereits die nächste Veränderung.
Oftmals haben wir Angst vor Veränderung. Angst vor dem Ungewissen, Angst, die gewohnten Pfade zu verlassen. Wer weiß, was dann kommen mag?! Dennoch ist Leben Veränderung. Egal, wo wir hinsehen, Wandel geschieht überall. Schon die Natur macht es uns vor. An diesem Wandel ist nichts gut oder schlecht. Es ist einfach. Dinge verändern sich. Wir selber geben ihnen die Bewertung gut oder schlecht. Wir dürfen Veränderung liebevoll annehmen und die Angst vor Veränderung transformieren. Wie oft fühlte sich eine Sache zuerst schlecht an und entpuppte sich später doch noch zum Positiven?! Kennst du diese Erfahrung?
Ich versuche mittlerweile viel weniger zu bewerten und alles anzunehmen wie es ist, zu akzeptieren. Dadurch wird das Leben tatsächlich leichter, man lehnt sich nicht mehr gegen etwas auf, was man vielleicht eh nicht ändern kann. Und wenn ich etwas ändern kann, dann tue ich es.
Wie ging es also nach dem Ziehen dieser Karte weiter? Erst einmal wusste ich nicht genau, was sie mir sagen wollte. Es stand soweit keine Veränderung an. In den kommenden Tagen zeigte es sich mir dann. Und zwar in mehreren Bereichen. Ich lernte jemanden kennen, zum ersten Mal seit längerer Zeit, das brachte mich ziemlich durcheinander. Kurz danach kündigte mir ein Kunde. In meinem gesamten Business Bereich verändert sich seit einiger Zeit etwas. Es ist eher ein schleichender Prozess. Ein paar Tage später erfuhr ich, dass ich aus meinem geliebten Häuschen in Alfambras ausziehen muss und das schon in einem Monat. Ich wusste, dass es so kommen könnte, allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass es wirklich eintritt. Also musste ich recht bald damit anfangen, mir eine neue Bleibe zu suchen. On top kam ein platter Reifen bei meinem Auto, wo ich glücklicherweise Hilfe beim Wechsel erhielt. Kleine Side-Notiz: nur 10 Minuten bevor ich den platten Reifen bemerkte, sprach ich aus “ Ich überlege, mir einen VW Bus zu kaufen und mein Auto zu verkaufen.“ Was will mir das sagen?!?
Ja, ich glaube, das waren im Großen und Ganzen die Themen der Veränderung.
Bis vor einiger Zeit hätte mich das alles mehr gestresst, vor allem, dass ich wieder ausziehen muss und ich erst einmal nicht weiß, wohin es gehen wird. Aktuell habe ich ganz viel Vertrauen. Vertrauen, dass alles gut wird und sich immer eine Lösung finden wird. Denn genau so ist es doch. Es geht immer weiter und es findet sich für alles eine Lösung. Manchmal vergessen wir das und lassen uns mitreißen von einer Welle aus Sorgen und Angst vor Veränderung. Ich glaube, gerade wir Deutschen sind darin sehr gut. Vielleicht liegt es auch an Portugal, dass es mir dort leichter fällt, mich hinzugeben und zu vertrauen. In Deutschland wäre diese Situation sicherlich schwieriger und mit mehr Sorgen verbunden. Allein schon, weil das Leben dort teurer ist und das Finden einer neuen Wohnung schwerer. (Und vielleicht ist auch das nur ein negativer Glaubenssatz…)
An dieser Stelle kann ich mal wieder sagen, dass Portugal mir einfach guttut!
Was können wir in Momenten tun, in denen um uns herum gefühlt alles ins Wanken gerät? Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoll ist, Ruhe zu bewahren. Und auch, wenn wir eigentlich direkt loslaufen wollen, aktiv werden wollen um z.B. direkt eine neue Wohnung finden oder eine Bewerbung rauszuschicken, hilft uns in den meisten Fällen ein Durchatmen und sich Zentrieren am meisten. Aus dieser Ruhe heraus können wir dann aktiv werden. Und eine große Portion Vertrauen ins Leben, in das Universum, in Gott oder wie auch immer du es nennen magst, ist meiner Meinung nach mit das Wichtigste. Wie oft denke ich mir „Das Universum wird’s schon richten.“ Und genau so kommt es. Wenn nicht immer auf direktem Weg, dann hatte auch der Umweg einen Sinn. Alles hat einen Sinn.
Mit dem Wissen, dass ich schon eine neue Unterkunft finden werde, schaute ich mir direkt am nächsten Wochenende, nachdem ich die Nachricht erhalten hatte, drei Häuser / Apartments an. Die ersten beiden waren der absolute Horror, mir war sofort klar, dass ich davon keines nehmen werde. Dann würde ich lieber abwarten und sicherlich etwas Besseres finden. Das dritte Angebot war ein kleines Studio, in dem ich mich sofort wohl fühlte. Auch, wenn es recht klein ist und nicht alles 100%-ig WOW, entschied ich mich dazu, es zu nehmen. Für die aktuelle Situation erschien es mir die beste Entscheidung. Wer weiß, was sich demnächst noch ergibt. Es kommen aktuell nämlich wieder Gedanken zu einem eigenen Tiny House auf. Vielleicht gehe ich das demnächst an und hätte es ohne den Auszug aus dem Alfambras Haus so schnell nicht gemacht. Wer weiß… Es wird sich zeigen. Ich bin offen für alles, was kommen mag. Und versuche, die Angst vor Veränderung zu überwinden.